Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Tönisvorst steigt stetig an. Dies belegt ein Gutachten des Otto-Blume-Instituts Köln, welches der Kreis Viersen für die Pflegeplanung beauftragt hatte. Demnach wurde festgestellt, dass die Zahl der pflegebedürftigen Menschen im Jahr 2025 um 61 % höher sein wird als im Ausgangsjahr des Gutachtens 2005. Im Rahmen dieses Gutachtens wurde deutlich, dass in Tönisvorst das bestehende Angebot an seniorengerechten Wohnungen und insbesondere an betreutem Wohnen sehr gering entwickelt ist und im Vergleich zum Kreisdurchschnitt erheblicher Nachholbedarf besteht.

Die UWT (Unabhänige Wählergemeinschaft Tönisvorst) fordert daher, dass die kommunale Seniorenpolitik vor Ort angesichts des demografischen Wandels und der sozialen Veränderungen neu ausgerichtet werden muss. Es müssen künftige Wohnformen den veränderten Wünschen und Bedürfnissen älterer Menschen angepasst werden (betreutes Wohnen, Wohn- und Hausgemeinschaften, etc.). Generationen übergreifende Wohnformen sollen etabliert und die Versorgungsstrukturen und Angebote für ältere Menschen müssen bedarfsorientiert ausgeweitet werden.

Daher hat die UWT einen entsprechenden Antrag an den Stadtrat der Stadt Tönisvorst gestellt, damit ein Handlungskonzept zur Weiterentwicklung des Wohnangebots für ältere Menschen ohne und mit Hilfe- und Pflegebedarf erarbeitet wird. Hierbei soll berücksichtigt werden, das Menschen in ihrem persönlichen Wohnumfeld verwurzelt sind, sie solange wie möglich in ihrem persönlichen Umfeld verbleiben möchten und erst wenn es nicht mehr geht in eine stationäre Pflegeeinrichtung aufgenommen werden. Erforderlich wird die Erstellung einer konkreten lokalen Situationsanalyse, die altengerechte neue Wohnformen innerhalb der Stadt möglich macht. „Innerstädtische und zentrumsnahe Grundstücke müssen unter dem Blickwinkel möglicher alternativer Wohnformen für ältere Menschen betrachtet werden.“, so Michael Lambertz, Vorsitzender der UWT.

Auf große Zustimmung stößt der Antrag der UWT bei der Vorsitzenden der Alternativen e. V., Heidi Sorgalla, die die Erstellung des Handlungskonzeptes begrüßt und die Politiker aller Fraktionen im Stadtrat auffordert, sich für die Neuausrichtung der kommunalen Seniorenpolitik einzusetzen.